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Das Vierte Gebot oder die ungleichen Brüder / von Gustav Niebitz
Entstehung
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gen auf dem Arme zu beruhigen ſuchte. Allein das Kind ſchrie immer aͤrger, ſo daß daruͤber der Sohn der Frau Hille munter wurde.

Geht denn das Bruͤllen ſchon wieder an? ſchalt er, ſich die ſchlaftrunknen Augen reibend.Erſt vorige Nacht hat man ſich die Ohren muͤſſen volllarmen laſ⸗ ſen. Pauline! wirf doch den Schrei⸗Balg gegen die Wand, wenn er nicht das Maul halten will.

Hurtig verließ der Schuhflicker ſeinen Sitz; den ſcheltenden Buben bei dem Hemdenhalſe erfaſſend, ſprach er zornig:Hoͤre Burſche, ſprich, ob Du es um ein Haar anders oder beſſer gemacht haſt, als Du ſo klein warſt, wie dort das Kind der Frau Ruppert? Frage, wenn Du es nicht mehr weißt, Deine Mutter da. Dieſe wird Dir's ſagen.

Ja wohl, ja wohl betheuerte dieſelbe noch viel toller hat er's gemacht.

Da haſt Du's! ſprach Schlegel.Und was wuͤrde aus Dir geworden ſein, wenn Deine Mutter Dich allemal, ſo oft Du ſchrieſt, gegen die Wand haͤtte werfen wollen? He? Junge! Du begreifſt gar nicht, welch' unendliche Geduld die Auferziehung eines Kin⸗ des erfordert. Indeß ſchrie die Kleine immer aͤrger, daß ſie ordentlich braunroth im Geſicht wurde. Pau⸗

line wiegte, piſchte, ſang, ſchmeichelte, holte gewaͤrmte

Vilch herbei nichts fruchtete.Es hilft nichts