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Das Vierte Gebot oder die ungleichen Brüder / von Gustav Niebitz
Entstehung
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ſiſchen Erzgebirge dem Schauplatze dieſer Erzählung deshalb einer ſo weit verbreiteten Aufnahme, weil es in ſeiner Pulverform die Kaffeemuͤhle entbehrlich macht, woran es den meiſten armen Familien jenes Landſtrichs mangelt. Bald dampfte das fertige Wur⸗ zelgetraͤnk, das ohne Zucker, mit Vermiſchung von ein wenig blaͤulicher Milch und unter Zukoſt eines Stuͤckes groben, harten Haferbrodes, von dem Schuhflicker und ſeiner Tochter genoſſen wurde. Auch die arme Kranke erhielt ein kleines Toͤpfchen voll des beliebten Tran⸗ kes, den dieſelbe dankend in Empfang und dann zu ſich nahm.

Mit einem Male drang ein kreiſchendes Kinder⸗ geſchrei aus dem dritten Winkel der Stube, wo die Wiege eines Saͤuglings neben dem Bette ſeiner Mut⸗ ter ſtand, welche hart und feſt fortſchlief.

Hm! brummte Schlegelſonſt hoͤrt's eine Mutter doch am allererſten, wenn ihr Kind weint. Aber das macht die vorige Nacht, wo die Kleine nicht zur Ruhe kommen wollte und die Mutter kein Auge zuthun ließ. Kein Wunder, wenn's die Frau Nach⸗ barin wieder einzubringen ſucht. Paulinchen! erbarme Dich doch des kleinen Schreihalſes.

Ohne eine verdrießliche Miene zu machen, ſprang Pauline vom Klöppelkiſſen weg und zur Wiege hin, aus welcher ſie den Säugling nahm und durch Wie⸗