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Das Vierte Gebot oder die ungleichen Brüder / von Gustav Niebitz
Entstehung
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Gewiß, Nachbar Schlegel! konnte ich doch auch wie⸗ der arbeiten, wie fruͤher: auf den Knieen wollte ich Gott dafuͤr danken.Ich glaub's gern, gute Frau, verſetzte Schlegel.Aber nun wird's Zeit einzu⸗ heizen und fuͤr das Fruͤhſtuͤck zu ſorgen. Der Magen will doch nicht laͤnger Geduld haben.

Bevor er aber noch von ſeinem Schemel herun⸗ terſteigen konnte, war Pauline ſchon bald an der Thuͤre. Laßt mich's machen, Vater! bat ſieIhr koͤnnt mehr verdienen, als ich mit dem Kloͤppeln. Und dann ſchmeckt mir der Kaffee auch viel beſſer, wenn ich ihn ſelbſt gekocht habe.

Das liebe Kind! ſprach Schlegel, als Pau⸗

line hinaus warwo ſie mir eine Arbeit erleichtern

oder erſparen kann, thut ſie' nicht mehr wie gern.

Nun ward's im großen Kachelofen lebendig. Die Ofengabel rumorte gewaltig in dem eiſernen Kaſten herum, und bald hoͤrte man ein tuͤchtiges Feuer praſ⸗ ſeln. Gleich darauf trippelte Pauline wieder in die Stube und nach einem kleinen, geſchwaͤrzten Wand⸗ ſchraͤnkchen hin, aus welchem ſie ein rothes Papier⸗ paͤcktchen nahm, auf dem ein weißer Streifen mit der Aufſchrift klebte:Feiner praͤparirter Cichorien⸗Kaffee von Jordan und Timaͤus in Dresden.

Dieſes vaterlaͤndiſche Erſatzmaterial des uͤberſeei⸗ ſchen, theuern Kaffees erfreut ſich namentlich im ſaͤch⸗