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Das Vierte Gebot oder die ungleichen Brüder / von Gustav Niebitz
Entstehung
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Ei lachte der Schuhflickerich haͤmmere die Kaͤlte von mir fort. Damit ſchlug er aufs Le⸗

der, und das Geſpräch hatte ein Ende.

Tut! blies nach einer Weile der Waͤchter draußen in's Horn.s hat fuͤnfe geſchlagen. Der Tag vertreibt die finſtre Nacht; ſeid munter, ihr lieben Chriſten, und wacht.

Es iſt ja nicht wahr ſprach der Schuhffli⸗ cker laͤchelnd, indem er nach der Wanduhr aufſchaute, welche erſt auf halb fuͤnf zeigte.Nun, ehrlicher Ki⸗ lian, verargen kann ich dir's nicht, wenn du bei ſol⸗ cher Jahreszeit eine halbe Stunde eher in dein war⸗ mes Bette kommen kannſt. Ich moͤchte nun ſchon nicht mit dir tauſchen, noch viel weniger aber mit dem Manne meiner Frau Nachbarin, dem Grenzijaͤger, der alle Nächte, in Graus und Faͤlte, in Wald und Hohlwegen lauern muß und ſeines Lebens dabei nie⸗ mals ſicher iſt. Zufriedenen Sinnes ſetzte er ſeine Arbeit fort. Mloͤtzlich fuͤhlte er ſich von zwei weichen Armen umfaßt, und eine ſuͤße Stimme ſprach:Guten Morgen, lieber Vater!

Ueverraſcht wendete ſich der Schuhflicker um. Er ſchaute in ein Paar helle, freundliche Augen, die mit inniger Liebe auf ihm hafteten.

Ei der Potz! rief er gutmüthig, indem er einen herzlichen Morgenkuß von den ftiſchen Lippen des Toͤch⸗