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Wie iſt es nun mit der Prüfung in meiner äußeren Lebensfühtung, daß ich unverheirathet geblieben? Ja, eine Prüfung will ich es immer nennen, ich habe es oft gefühlt; aber durch Kreuz und Prüfungen ſollen wir in das Reich Gottes gehen, niemand bleibt davon befreit, meinen ver⸗ heiratheten Freundinnen wurden Kreuz und Prüfungen auf andere Weiſe zugetheilt. Ich rede ſelbſt von den glücklichen Ehen in meiner Nähe. Wenn die Sorgen und Kümmer⸗ niſſe des Familienlebens die Herzen dort ſo ganz in An⸗ ſpruch nahmen, und die Unruhe mich oft aus den lieben Häuſern trieb, verlebte ich auf meinen einſamen Gängen, in meinem ſtillen Zimmer die ſchönſten Stunden. Ich kann einſam ſein wenn ich will, ich kann nach Gefallen unter lieben Menſchen ſein; ja es iſt mir, als ob ich das Gefühl der Freiheit mit dem Alter immer mehr zu ſchätzen wiſſe und mein Friede und mein Glück immer weniger durch die Nähe dieſer glücklichen Ehen geſtört würde. Und giebt es ſo ganz ungeſtört glückliche Ehen? Auguſtens Kinder ver⸗ ſichern, ihre Mutter würde nie das Glück einer alten Jungfer ſchildern können, und doch kenne ich ihre Kämpfe, ihre Prüfungsſtunden, es wird ihr jetzt noch ſchwer, ſich an die
etwas ungeſchickte und rückſichtsloſe Art ihres Mannes zu gewöhnen, da hindurch ſein treues Herz zu fühlen, und wie⸗ der friſch und rüſtig an ſeiner Seite den Himmelsweg zu gehn. Eliſabeth hatte durch die Heftigkeit und Reizbarkeit des ihrigen manche ſchwere Stunde zu tragen, auch von ſeinen Kämpfen im Leben mit der Gemeinde, und es war


