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Die alte Jungfer : eine Erzählung / von der Verfasserin des "Tagebuchs eines armen Fräuleins" [d.i. Marie Nathusius]
Entstehung
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Schvoße und ihr dreijähriger Paul wirft den etwas un⸗ ſicher ſegelnden Theil der kleinen Geſellſchaft fortwährend über den Haufen. Arnold amüſirt ſich darüber, aber ich habe ihn ermahnt ſeinen Jungen beſſer zu erziehen. Der alte luſtige Herr im Rollſtuhl zürnte mit mir, er bat ſich aus, daß der kleine Humoriſt nicht zu ſehr beſchränkt würde, und Herr von Müggeburg war auf ſeiner Seite. Dieſen habe ich in unſerer Geſellſchaft noch nie ſo vergnügt ge⸗ ſehn. Ich hatte die jungen Frauen und mich und Minna mit ſchönen Roſen geſchmückt, wir hatten dazu weiße Klei⸗ der an. Daß man mich beinahe die jugendlichſte und fri⸗ ſcheſte fand, war mir ganz lieb zu hören. Als das letzte Sonnenlicht die Buchenkronen vergoldete, ſaßen wir noch außen und ſangen:Lobe den Herren o meine Seele, das klang ſchön in den Wald hinein. Arnold war überhaupt ſehr ſingeluſtig, Fritz fand es faſt zu viel; wenn wir aber ein Lied beendet hatten, mußte er jedesmal geſtehen: Ja, das war doch herrlich! Als wir nach Hauſe fuhren, ſagte mir Herr von Müggeburg, er wünſche nichts mehr als daß der kleine Hans im ſtrengen ortho⸗ doren Glauben erzogen werde. Ich hätte gern etwas Lau⸗ tes und Freudiges entgegnet, nahm mich aber zuſammen und ſagte ruhig: Es iſt gewiß das Beſte was wir thun können. Man hat wenigſtens ſo die meiſte Garantie, daß er ein fleißiger, braver und rechtſchaffener Junge wird fuhr er fort. Und beſonders ein glücklicher, konnte ich nicht laſſen hinzuzufügen. Herr von Müggeburg ſchwieg.