mer; ich gebe zu, daß ihr glücklich ſeid, aber wie kann ein vernünftiger Menſch dazu kommen?— Es giebt un⸗ ter den gläubigen Leuten ſehr viel ausgezeichnet vernünftige und geiſtvolle Leute, entgegnete ich zuverſichtlich. Leſen Sie ihre Geſchichten und wie ſie durch die Decke gedrungen ſind mit des Glaubens Augen. Er ſah mich nachdenklich an,— ſchüttelte den Kopf,— ſeine Klugheit war zu Ende, wenn er es auch nicht geſteht. Den 25. Mai.
Herr von Müggeburg iſt in Carlsbad, ich ſollte das Haus noch hüten, dann wollte ich fort. Ich bleibe jetzt, ich ſoll die Pflegerin von ſeinem Enkel werden, Rudolfs fünfjährigem Sohn. Es iſt ſonderbar, die Erinnerung an Rudolf iſt mir ſo unbeſtimmt, als ob die ganze Perſon nur ein Fantaſiebild von mir wäre. Zu ſeiner Mutter Begräbniß ſah ich ihn zuerſt wieder, nur in Unruhe und zwiſchen vielen Menſchen, das war mir bequem.
„ Den 3. Juli.
Alles blüht und iſt in Sommerpracht. Wir haben heute auf dem Waldſchlöſchen Frau von Hartwigs Geburts⸗ tag gefeiert, da war es keine Wald⸗Einſamkeit ſondern ein recht fröhliches Geſchwirre von Groß und Klein. So fröhliche Tage nimmt man doch gern und dankbar hin. Die Kinder, die lieblichſten Blumen auf dem grünen Platz, — mein Zögling Hans iſt der Anführer, er iſt der Stolz des Großvaters und iſt bei uns ſchon weit vernünftiger
geworden. Eliſabeth hat ein kleines Lieschen auf dem


