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denen, die mit demüthigen und zerſchlagenen Herzen zu ihm kommen. Wenn ich der Thränen und Kämpfe und des Unglücks meiner Jugend und der Vergangenheit gedenke, kommen ſie mir wirklich ſehr nichtig und thöricht vor. Den 26. Mai.
Die Tante hat mir zwei Briefe nicht beantwortet, heute habe ich ihr von Schloß Müggeburg geſchrieben, ihr von meiner Stellung und von allen meinen Geſchwiſtern erzählt, ich habe ſie eingeladen mich zu beſuchen. Herr von Müggeburg hat einige Worte freundlich hinzugefügt und ihr den Aufenthalt im Schloſſe angeboten. Das letzte ſtimmt ſie vielleicht verſöhnlich.
Den 22. Juni.
Heute war ich den ganzen Tag auf der Pfarre. Zu dem Fritzlein hat ſich noch ein Schweſterlein geſellt, ſie hat uns heute in Bewegung geſetzt mit Kuchenbacken und Bra⸗ tenſpicken, morgen ſoll die Taufe ſein. Als alles beſorgt war und die Kinderſtube ſchon in Frieden ſchlief, ſaß ich 8 mit Fritz unter der blühenden Linde, wir beobachteten die Sterne wie ſie am blauen Himmel auftauchten und zwi⸗ ſchen den grünen Blättern ſchimmerten. Er hatte meine Hand gefaßt, wir plauderten zuſammen: nichts iſt einem einſamen Schweſterherzen ſüßer, als ſo innige Bruderliebe, die ihm geblieben, trotz der jüngeren Schwägerin. Ich ſprach zu Fritz davon, ich erinnerte ihn an die Stunden unter der Weinlaube vor dem elterlichen Hauſe. Das iſt eben in der Welt auch anders, Geſchwiſterliebe hält dort


