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fragte ich leiſe. Da ſah er mich an,— der Blick ging mir durch die Seele. Ob Sie dürfen? fragte er; o Anna, fragen Sie nicht ſo, verſuchen Sie es erſt. Ich will es nicht erſt verſuchen, war meine Antwort. Er hatte meine Hand genommen, er ſah mich nachdenklich an. Anna, es iſt jetzt traurig bei uns, begann er. Deswegen komme ich, entgegnete ich zuverſichtlich. Das glaube ich, ſagte er dann. Ich ſtand noch einige Augenblicke neben ihm, mir ging das Herz über, meine ganze Jugend, all die ge⸗ noſſene Güte und Liebe ſtand vor meiner Seele, ich hätte mich wohl ausſprechen mögen, ihm ſagen, daß ich jede Kränkung längſt vergeſſen, daß ich nur dankbar ſei; ich konnte nichts ſagen, aber er verſtand mich wohl dennoch.
Am andern Morgen fuhr ich nach der Pfarre um meine Sachen abzuholen, als ich zurückkehrte, fand ich Eugeniens ftüheres Zimmer für mich eingerichtet, ſchön durchwärmt, den Blumentiſch voll blühender Blumen: es that mir wohl, daß eine beſondere Sorgfalt hier für mich gewaltet, und ich ging mit Freudigkeit an mein Amt, das erſt einige Ueberwindung koſtete. Manches andere aber wurde wir wieder ſo leicht, ich wußte im ganzen Hauſe mit allen Sitten und Gewohnheiten Beſcheid, und Herr und Frau von Müggeburg waren bald ſo vertrauend zu mir, wie ich es in den Tagen der Jugend von ihnen ge⸗ wohnt war..
— Von den folgenden Jahren laſſe ich einige kurze Auszüge aus meinen Tagebüchern folgen.


