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Die alte Jungfer : eine Erzählung / von der Verfasserin des "Tagebuchs eines armen Fräuleins" [d.i. Marie Nathusius]
Entstehung
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Bruſt in Ohnmacht geſunken und Herr von Müggeburg hatte mit ſeinen ſteifen Fingern das ſchreckliche Werk vollenden müſſen. Es wird nicht leicht ſein, jemand zu finden, ſagte Fritz bedenklich, es iſt ein ſchweres Amt. Da ging es mir wie ein Blitz durch die Seele: das Amt hat dir der Herr beſtimmt. Ich hatte ſchon oſt gedacht, daß ich in der Pfarre eigentlich unnütz ſei, nur zu meinem Vergnügen lebe; und lieber eine Stelle haben möchte, als Geſellſchaf⸗ terin oder als Hülfe der Hausfrau wo ich mir mein täg⸗ liches Brot und meine Kleidung wirklich verdienen könne. Zagend, aber doch entſchloſſen ſagte ich jetzt: Jemand zu finden ſollte doch nicht ſchwer ſein, ich könnte zum Beiſpiel die Stelle ausfüllen. Alle ſahen mich verwundert an. Nein, Anna, ſagte Herr von Hartwig, der Freundſchaftsdienſt wäre zu groß. Kein Freundſchaftsdienſt entgegnete ich; ich möchte bei Frau von Müggeburg als Geſellſchafterin in Dienſt treten. Neues Erſtaunen. Anna, das leiden wir nicht, ſagte Auguſte. Ich möchte aber gern Gehalt haben, begann ich lächelnd, das könnt Ihr mir nicht geben. Mit Geld könnten wir Ihnen das auch nicht gut machen, ſagte jetzt Herr von Hartwig; dann trat er zu mir, reichte mir die Hand und ſagte: Anna, der Herr ſegne Ihren Ent⸗ ſchluß, ja, gehen Sie hin. Die Sache war abgemacht. Wenige Minuten ſpäter ſtand ich ſchon in meinem Erkerſtübchen, um ein nöthiges Bündlein zu packen. Meine Augen ſielen dabei in den Schrank auf das weiß und blau geſtreifte Seidenkleid. Ich hatte ſeit der Hofgeſellſchaft