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Die alte Jungfer : eine Erzählung / von der Verfasserin des "Tagebuchs eines armen Fräuleins" [d.i. Marie Nathusius]
Entstehung
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burg war in beſonderer Aufregung über Nachrichten von Rudolf, deſſen Frau ſich durchaus ſcheiden laſſen wollte, um einen andern Mann zu heirathen; ſie wollte aber das einzige Kind, einen vieriährigen Sohn nicht hergeben, un⸗ ter dem Vorgeben, daß er bei dem Vater zu ſchlecht auf⸗ gehoben ſei. Eugenie war ſehr betrübt, Herr von Hart⸗ wig ſuchte ſie zu tröſten, ſie ſah ihn mit ihren hellen Au⸗ gen ſo vertrauend und kindlich an, plötzlich faßte ſie ſeine beiden Hände und ſagte lebhaft: H Werner, ich danke

dem Herrn ſo ſehr, daß er mir' dieſen Platz gegeben hat.

Ich wandte mich von ihnen nach dem Fenſter, ich hörte ſie beide flüſtern, und ich ſchaute hinauf und dankte dem Herrn, daß er mich ſo wunderbar geleitet: ich dachte an Rudolf, an Schloß Müggeburg mit Grauen, und gedachte meiner lieben kleinen Pfarre, wo ich meine friedliche Hei⸗ math hatte, mit Freudigkeit. Ich wollte mich jetzt leiſe entfernen, aber meine Freunde bemerkten es. Sie kamen zu mir, Eugenie umarmte mich zärtlich. Herr von Hart⸗ wig ſah mich ſo wohlwollend an. Ich darf bald wieder kommen? fragte ich. O liebe Anna, ich könnte Dich im⸗ mer hier haben, entgegnete Eugenie, Du ſtörſt uns gar nicht. Wie gern hörte ich das.

Am andern Tage kam Herr von Hartwig von ſeinem Beſuche auf dem Schloſſe erſt bei uns in der Pfarre vor. Er wollte von uns hören, ob wir niemand für ſeine Schwiegermutter wüßten, die Geſellſchafterin war wirklich abgereiſt, das Hausmädchen war bei dem Verbinden der