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Die alte Jungfer : eine Erzählung / von der Verfasserin des "Tagebuchs eines armen Fräuleins" [d.i. Marie Nathusius]
Entstehung
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an, ſchüttelte den Kopf und ſchlug ruhig einen Seitenweg ein. Wir ignorirten dieſe kleine Seene und führten die Tante mit deſto größerer Aufmerkſamkeit nach ihrem Zim⸗ mer. Wie gewöhnlich wurden wir außer der Mutter vor der Thür entlaſſen,— uns ſchon recht, denn die erzwun⸗ gene Gravität war unſerem Uebermuthe höchſt läſtig. Lott⸗ chen an der Spitze eröffneten wir unten im Familienzim⸗ mer eine höchſt amuſante Sitzung.

Lottchen war gut und brav, ſie würde nie ihren Näch⸗ ſten verleumdet oder abſichtlich gekränkt haben, aber ſeine Schwächen ganz gelegentlich zum eigenen Vergnügen aus⸗ zubeuten, machte ſie ſich kein Gewiſſen. Fritz und ich ebenfalls. Unſer Uebermuth war ſprudelnd bis zur Albern⸗ heit. Nur Eliſabeth ſagte: Ich weiß nicht, wenn ich et⸗ was über Menſchen rede, was ſie eigentlich nicht hören dürfen, das macht mir bange. Lottchen und ich ſuchten ſie zu überzeugen, daß, wenn man es nicht böſe meine und es auch nur in ganz bekannten Kreiſen geſchähe, es kein Unrecht ſei. Eliſabeth wußte nichts dagegen einzuwen⸗ den, aber ſelbſt Fritz hatte nach ihrer Aeußerung uns be⸗ denklich angeſchaut und gewiſſenhaft mit dem Kopfe genickt, er ſchien auch ſehr geneigt, eine gelehrte Abhandlung über erlaubte und unerlaubte Kritik zu halten. Lottchen und ich ließen es nicht dazu kommen, wir ließen aber Tante Adelgunde aus dem Spiel und richteten unſere Heiterkeit und Lachluſt auf andere Gegenſtände.

Die Dämmerung war vorüber, wir hatten auch un⸗