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Die alte Jungfer : eine Erzählung / von der Verfasserin des "Tagebuchs eines armen Fräuleins" [d.i. Marie Nathusius]
Entstehung
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ſer einfaches Abendbrod bereits genoſſen, als die Thür ſich leiſe öffnete. Darf ich hereinkommen? fragte Tina. Sie erhielt gern die Erlaubniß.— Wir beiden da oben lang⸗ weilen uns wie die Möpſe, ſagte ſie höchſt unehrerbietig. Glauben Sie nur, das Fräulein wäre von Herzen gern unten, wenn ſie nur nicht angegriffen ſein müßte. Ich habe jetzt zu ihr geſagt, wenn man krank wäre, wäre man am beſten allein aufgehoben, und ich wollte mich hier unten etwas verpuſten. Sie hat mich auch entlaſſen, aber ich ſoll ihr Bericht abſtatten, warum Sie hier unten ſo laut lachen. Für Eliſabeth war es eine große Genug⸗ thuung nicht ſagen zu müſſen: Wir haben über Tante Adelgunde gelacht. Fritzens zukünftige Studentenwirthſchaft war unſer letztes Thema, und zu Tinas Entzücken wurde das weiter von uns ausgeſponnen. Ihr Vergnügen wurde durch die Klingel der Tante unterbrochen, aber bald hör⸗ ten wir ihre laute lachende Stimme als Berichterſtatterin durch die dünnen Wände hindurch, und ſie war gewiß die Urſache, daß die Tante ſich ſchon zum Frühſtück als völlig hergeſtellt anmelden ließ.

Am andern Morgen wurde die Tante von uns herz⸗ lich begrüßt, ſie war viel zu gutmüthig, hatte uns trotz aller Wunderlichkeiten zu lieb, als daß wir ſie nicht hätten ſollen wieder lieben. Auch war ſie nicht immer nervös, ſie konnte oft ſehr vergnügt mit uns ſein, und als ſie dieſen Morgen bei uns eintrat, ſahen wir ihren Augen an, daß ihr Barometer auf Sonnenſchein ſtand. Schon beim Früh⸗

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