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Die alte Jungfer : eine Erzählung / von der Verfasserin des "Tagebuchs eines armen Fräuleins" [d.i. Marie Nathusius]
Entstehung
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einer Antwort zu angegriffen. Während deſſen war Tina vom Bock herunter geklettert und übernahm die Antwort: Meinem Fräulein geht es gut, ſehr gut. Was thut denn ein Bischen Hitze? ich bin da auf meinem Thron auch nicht elyſäiſch zu Muthe geweſen. Alberne Perſon! hauchte die Tante. Tina lachte gutmüthig und klopfte dabei der Tante vertraulich auf die Schulter. Liebe Tante, wir wer⸗ den Dich ſehr pflegen, daß Du Dich bald erholſt, ſagte Eliſabeth in herzlicher Theilnahme. Die Worte wurden nicht ſehr von der Tante berückſichtigt, wohl aber ſah ſie mich höchſt aufmerkſam und mit dem Ausdruck der Befrie⸗ digung an; ich verſtand dieſe Bewunderung. Minna küßte der Tante manierlich die Hand, während der kleinſte, ſechs⸗ jährige Karl ſie auf ſeine eigene Weiſe begrüßte: er ſtand mitten im Wege, die Hände in den kleinen Hoſentaſchen, Augen und Mund weit auf, ob vor Erſtaunen oder ge⸗ heimen Schrecken ließ ſich nicht genau beſtimmen. Die

Tante, ſchlank und hoch, mit einem mächtigen Strohhut,

wie man ſie damals trug, auf dem ſchwarzen Lockenkopfe, überreichlich mit coclicorothen hochſtehenden Schleifen garnirt, in einem Sommermantel von grünem Atlas, hatte ſeine Fantaſie wer weiß auf welche Weiſe in Bewegung geſetzt.— Was hat denn dieſes Kind? hauchte die Tante verdrieß⸗ lich. Der arme Junge gehörte ſehr entſchieden zu den Blonden. Komm Karlchen, küſſe der lieben Tante die

Hand, wollte ihn Minna ſchmeichelnd überreden, er aber

ſchielte bedenklich von der Seite die ſeltſame Erſcheinung