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der Welt und in einer glänzenden Stellung ihr Glück zu ſuchen, hatte ſich ihr geiſtiges Leben in eine völlig nichts⸗ ſagende Oberflächlichkeit aufgelöſt. Dabei war es ein un⸗ unterbrochener Kampf, ein Sträuben, ein Hinabſteigen von einer Stufe der Hoffnung zur andern. Jetzt war ſie an einem gewiſſen Puncte der Reſignation angelangt; nur an ſich denkend, für ſich lebend, ſuchte ſie in geſelligen Zer⸗ ſtreuungen der vornehmen Welt einen Tag nach dem an⸗ dern todtzuſchlagen, ohne Troſt für die Gegenwart und ohne Hoffnung für die Zukunſt. Dieſes Urtheil würde ich damals als neunzehnjähriges Mädchen nicht ganz ſo gefällt haben, der Tante vornehme Erſcheinung, ihre Er⸗ zählungen aus den adligen Kreiſen ihrer Bekanntſchaft, und die Hoffnung, durch ſie einſt in dieſe Kreiſe als in eine wunderbar herrliche Welt eingeführt zu werden, ließen mich ihre Schwächen und Eigenthümlichkeiten in etwas milderem Lichte ſehen.
Ein Poſthorn drüben vom Walde her meldete die Ankunft der Tante. Wir waren alle an der Gartenpforte des Gartens verſammelt, als die Reiſechaiſe hielt. Die Tante allein im Fond, ihre alte Kammerjungfer Erneſtine, oder abgekürzt, Tina, ſaß beim Poſtillon.
Die Stene, die jetzt folgte, war uns allen bekannt und wunderte uns nicht. Mit halb geſchloſſenen Augen und ſeufzend nahm die Tante unſere Begrüßungen an.— Wie geht es Dir, liebe Adelgunde? fragte die Mutter theil⸗ nehmend, die Tante nickte freundlich, aber ſie ſchien zu


