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Unterſchied zwiſchen guten adeligen und guten bürgerlichen Manieren zu fühlen; Freiman war ein feiner bürgerlicher Mann, aber dies adelige je ne sais quoi wird nur an⸗ geboren.
Fritz als ein entſchiedener londer Freiman war ziem⸗
lich verletzt. Wie konfus iſt das wieder, und eigentlich
wie ärgerlich, ſagte er. Eliſabeth, die ja auch zu den Blonden gehörte, ſagte ſehr ruhig: Die Tante hat aber doch recht, es kömmt nur darauf an, ob dieſes je ne sais quoi für uns wünſchenswerth iſt. Eliſabeth hat Recht, rief Fritz etwas begeiſtert, nur der Geiſt iſt es, der da mächtig iſt und alle Formen beherrſcht, und Lott⸗ chen, ich werde es gar nicht verſuchen, bei der Tante den Feinen zu ſpielen. Das Kapitel wurde noch weiter aus⸗ geſponnen, unſere jüngſte Schweſter Minna war auch zu uns gekommen und nahm theil an unſerem Geſpräche und ließ ihre eilfjährige Altklugheit hören. Minna und ich waren die Brünetten unter den Kindern und auch die Lieb⸗ linge von Tante Adelgunde, was in jugendlicher Thorheit jeder auf ſeine Art wohl zu ſchätzen wußte.
Der Mutter ernſte Erſcheinung ſtörte unſer Lachen⸗ Seit des Vaters Tode hatte ſie die Trauerfarben nie ab⸗ gelegt. Auch als der Vater noch lebte, war ſie immer ernſthaft und ſchweigſam, und wir Kinder fühlten uns eigentlich in Lottchens lachender und ſpaßender Nähe weit wohler. Von der Mutter Vergangenheit wußten wir wenig, aber was wir wußten, war mir beſonders ſehr intereſſant.
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