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Die alte Jungfer : eine Erzählung / von der Verfasserin des "Tagebuchs eines armen Fräuleins" [d.i. Marie Nathusius]
Entstehung
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von Mährchen und Wundern, die ich erleben mußte. Das Glück eines thörichten Mädchens läßt ſich nicht beſchreiben, alles was die Welt nur Schönes bieten kann, iſt ihr ſicher, ſie darf nur zugreifen, ſie thut es nicht, weil ſie ſchwankt, ob das Erwarten und Sehnen und Hoffen nicht noch ſchöner ſei als das Beſitzen. Mir gegenüber ſaß mein zwanzigjähriger Bruder Fritz, er befand ſich vielleicht auf einem ähnlichen Höhepunct ſeiner Jugendluſt, mit Nr. 1. von der Schule abgegangen, war er eben im Be⸗ griff, die Univerſität zu beziehen. Wir neckten uns mit den jüngern Geſchwiſtern, die unten im Garten beſchäftigt waren, dann wandte er ſich zu mir:

Es iſt doch eigentlich ein fürchterliches Onus, das auf dieſem Hauſe ruht. Ich ſah ihn fragend an. Dieſe Tante Adelgunde, jedes Johr ſechs Wochen hier, ſagte er. Die Arme! entgegnete ich unwillkürlich. Warum denn arm? fragte er verwundert. Allein darum, weil ſie eine alte Jungfer iſt.

Wer iſt eine alte Jungfer? fragte Lottchen, die gute Couſine der Mutter, ſie war aus der Hausthür getreten und ſetzte ſich zu uns. Tante Adelgunde iſt eine alte Jungfer, ſagte ich. Das iſt nichts Beſonderes, entgegnete Lottchen, das kannſt Du auch werden, Anna. Ein kalter Schrecken durchrieſelte mich, aber welche Thorheit! ich mußte ſelbſt darüber lachen. Fritz nahm es ernſthafter, ſein brüderlicher Stolz war verletzt, er wurde auf Lottchen ordentlich böſe und hielt in Schülerweisheit eine Art Ab⸗