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Die alte Jungfer : eine Erzählung / von der Verfasserin des "Tagebuchs eines armen Fräuleins" [d.i. Marie Nathusius]
Entstehung
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ſehen, wie ein junges Mädchen mit den Eigenheiten ihres Herzens kämpft, mit Eigenwillen, Hochmuth, Liebemangel, Trägheit im Leben mit dem Herrn, als die Anfechtungen und Kämpfe eines großen Sünders, es kömmt doch nur auf die Treue an, womit gekämpft wird. Es giebt aber auch ernſte und eifernde Chriſten(nahm Eliſabeth das Wort), welche die kleinen Verſuchungen des täglichen Le⸗ bens und ihre eigenen kleinen Lieblingsſünden ſehr nach⸗ ſichtig betrachten. Die Verlegenheit, mit der ſie Fritzens Blicken zu entgehen ſuchte, zeigte deutlich daß ſie nicht ohne Abſicht ſprach. Und ich meine(fuhr Emilie in ihrer Weiſe fort), den Herrn Chriſtus bekennen, ſich von der Welt Treiben entfernt halten, kann einem Chriſten nicht hoch angerechnet werden, eben ſo wenig das Eifern; ſein Hauptkämpfen ſollte ſein gegen dieſe täglichen kleinen Lieb⸗ lingsſünden, dieſe Treue im Kleinen muß uns auch im Großen fördern. Fritz nahm auch ziemlich lebhaft das Wort. Ich weiß nicht was Ihr immer von Eifern ſprecht! Eifern(fiel ihm die Mutter ein) iſt eine bedenkliche Sache und kann ſehr leicht in den Kreiſen der Chriſten daſſelbe Gelüſte des Herzens befriedigen, was in der Welt klatſchen und ſich moquiren heißt, es liegt dieſelbe Gefahr in dieſem Eifern im Namen des Herrn, als im Suchen der Feindſchaft der Menſchen im Gegenſatz mit der Freund⸗ ſchaft Gottes, und die Selbſttäuſchung des natürlichen Herzens iſt unbeſchreiblich. Darin ſollt Ihr Euch aber jetzt nicht weiter vertiefen, ich fürchte Ihr würdet nicht fertig