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Die alte Jungfer : eine Erzählung / von der Verfasserin des "Tagebuchs eines armen Fräuleins" [d.i. Marie Nathusius]
Entstehung
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es wenigſtens von Herzen gern ſein, entgegnete Eliſabeth warm, und ich vertraue dem Herrn ſo zuverſichtlich, daß er mir weiter helfen wird. Er wird mich vor der Gewalt des Böſen bewahren, und wenn es mir oft bange und öde im Herzen iſt, da fühle ich dennoch, Er wird mich wieder tröſten, Er wird es mich bald wieder fühlen laſſen, daß ich ſein liebes Kind bin. O gerade in ſchweren Zeiten iſt dieſe Hülfsbedürftigkeit, dies Angewieſenſein ganz auf den Herrn ſo wunderbar ſelig. Die ſchwerſten, kummervollſten Zeiten meines Lebens ſind mir die reichſten geworden, ich fühlte mich in einer Begeiſterung und Erhebung, die den Leuten ganz unverſtändlich war, ich glaube man hat mich für leichtſinnig gehalten. Fritz ſah ſie nachdenklich an. Ich erinnerte mich, daß er ſelbſt damals, als ihr Vater ſtarb, ſie nicht begreifen konnte, und die Leichtigkeit, mit der ſie den Schmerz trug, ſo erklärte, als ſuche ſie ſich zu zerſtreuen und dem Kreuze aus dem Wege zu gehen. Als Eliſabeth jetzt vor innerer Erregung ſchwieg, mußte ich ihre Sache weiter reden.

Was Eliſabeth anführt, begann ich, läuft auf daſ⸗ ſelbe hinaus, was wir vorhin ſagten: der Herr läßt das Glaubensleben ſich in den verſchiedenen Herzen verſchieden geſtalten und verſchieden in das Leben hinaustreten. O ich möchte nur immer von des Glaubens Seligkeit und Leichtigkeit reden, nicht von ſeiner Schwierigkeit, unterbrach mich Eliſabeth wieder: daß der Herr Chriſtus unſer Er⸗ löſer von Sünde, Hölle und Tod iſt und uns rein wiſcht