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Die alte Jungfer : eine Erzählung / von der Verfasserin des "Tagebuchs eines armen Fräuleins" [d.i. Marie Nathusius]
Entstehung
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Glaubensleben. Dieſe Mannigfaltigkeit kömmt vom Herrn und gehört ſo recht in das Reich Gottes hinein: der be⸗ denkliche und vorſichtige Chriſt ſoll dem Bruder eine ernſte Mahnung ſein, der fröhliche Chriſt dem andern eine Be⸗ lebung und Stärkung. Wie verſchieden läßt ſich auch das Wort Gottes auffaſſen und verſtehen. Der eine trägt das Kreuz des Herrn mit großen Schmerzen und tröſtet ſich mit der ſeligen Verheißung: die mit Thränen ſüen, werden mit Freuden erndten. Der andere findet in dieſer ſeligen Ver⸗ heißung ſchon hier ſo reichen Erſatz, die Thränen ſind für ihn keine Schmerzensthränen mehr; die Freude liegt zu nahe dabei. Warum ruft der Herr(nahm Eliſabeth et⸗ was lebhaft das Wort) die Mühſeligen und Beladenen zu ſich und ſpricht: mein Joch iſt ſanft und meine Laſt iſt leicht, wenn es für ſeine Nachfolger unmöglich wäre dieſe Laſt leicht zu fühlen? Der Herr Chriſtus verheißt uns auch, wenn wir in ihm leben, eine vollkommene Freude, das ſchließt die Kämpfe mit der Sünde, das Aufſtehen und immer wieder Fallen nicht aus, es iſt die Freude, wie Paulus ſagt: Ich bin überſchwänglich in Freuden, trotz aller unſerer Trübſal. Ich weiß auch nicht(nahm die beſcheidene Emilie, Fritzens Schweſter, das Wort) mich ſtört es gar nicht, ſo Ideale vor mir zu ſehen, die ich noch nie erreicht habe und nicht erreichen werde, erſtens ſind ſie nicht ſchriftwidrig, der Herr ſelbſt ſtellt ſolche Glaubensfreudigkeit, die da Berge verſetzen kann und den Himmel offen ſieht, ſeinen Jüngern als Ziel hin, und