platz. Da war es ſtill und lieblich, ich ſaß auf grünem Mooſe und die goldbraunen Haſelblüthen wehten leiſe in der Frühlingsluft und gegen den tiefen blauen Himmel. Ich ordnete meine Blumen, ich ſchaute hinab auf die Ge⸗ gend. Ja, alles war daſſelbe, wie ich es vor mehr als zwanzig Jahren geſchaut. Blumen und Höhen und das kleine Thal. Das Dörſchen lag wie früher zu meinen Füßen, der ſpitze dunkle Kirchthurm und die Pfarre mit den beiden großen Linden. Rechts vom Dorfe das liebe elterliche Häuschen an dem Hügel mit den Kaſtanien und Kirſchbäu⸗ men, der Spielplatz der Dorfkinder, die Weingitter ſchmückten das Haus jetzt wie früher, und dieſelben graden Wege und kleinen Lauben waren im Garten davor. Noch mehr rechts die abwechſelnden ſchönen Baumgruppen des herrlichen Parkes und das hellſchimmernde Schloß, bewegte der Anblick, die Erinnerungen, die ſich daran knüpften, nicht mein Herz? Rein, nicht mehr,— oder doch wohl: zum Danken und Preiſen des lieben Vaters im Himmel, der ſich ſeiner Kinder ſo treulich erbarmt. Ich fühlte Frühlingswehen in der Bruſt, nicht wie in der Jugend, wo die Sehnſucht erwecken⸗ den blauen Höhen das Herz in die Ferne und in die Zu⸗ kunft ziehen, nein mein Sehnen war ohne Bangen und zog einen ſeligen Weg. Im Hinabgehen mußt ich leiſe ſingen: Ach das war ein ſchöner Segen, Als er mit den Jüngern ging. An den Feldern, an den Wegen
Jedes Herz wie Maienregen Seinen Troſt, ſein Wort empfing.
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