188
zählt und mir verſprochen, mir alle die Plätze, die er als Knabe liebte, zu zeigen. Doch was mich am meiſten freut, iſt, daß er nun, umgeben von den Reizen der Natur, unge⸗ ſtört ſeiner Kunſt wird leben und ſein Talent immer herr⸗ licher wird ausbilden können.“ „Und Du wirſt es wohl ſein, an der er daſſelbe zuerſt beweiſen wird,“ ſagte Eliſe ſcherzend,„er hat mir ſchon anvertraut, daß er, da Roſa Dein Bild behält, Dich nicht Ein Mal, ſondern öfter malen und ſeine Gemäldegallerie damit ausſchmücken wird.“. Lucie neigte lächelnd das Köpfchen und ſagte dann: „Und nicht wahr, Du wirſt uns recht bald beſuchen, meine liebe Roſa; wir müſſen wirklich unſerm Vorſatze, uns alle drei Wochen zu ſehen, getreu bleiben.“ „Gewiß,“ erwiderte Roſa,„ich werde kaum drei
Wochen leben können, ohne Dich zu ſehen und Deine liebe Stimme zu hören; wie werde ich mich nach Deinem ſchönen Geſange ſehnen!“
„Hat Frau von Lindau keine Nachricht über Perſonen, die wir in der Reſidenz kennen, gegeben,“ fragte jetzt Nor⸗ deck, indem er Roſa unterbrach.
„Ach ja,“ entgegnete dieſe,„ſie ſchreibt, daß ſich Graf Auerbach in einigen Tagen vermählen wird.“
„Auerbach,“ rief Walther erſtaunt,„davon weiß ich ja gar Nichts; und mit wem?“
„Mit Fräulein Thereſe von Grünheim.“ 8 „Mit Fräulein von Grünheim?“ wiederholte Nordeck;
*


