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„Nun dann werde ich mir immer Dein Bild an jenem Fenſter denken, wenn ich das Haus betrachte,“ ſagte Lucie, „und gewiß werde ich das ſehr oft thun; es war doch ein hübſcher Gedanke von Hermann, das liebe Haus zu malen und mitzunehmen.“
„Du wirſt uns doch aber auch recht bald eine Anſicht Deines Gutes, wenigſtens des kleinen Schloſſes auf dem
Berge ſchicken, nicht wahr Hermann,“ fragte Nordeck.
„Dafür werde ich ſchon ſorgen,“ bemerkte Eliſe ſcherzend.
„Hoffentlich werdet Ihr das Gut eher als das Bild deſſelben ſehen,“ ſagte Hermann lächelnd;„aber da hätte ich beinahe den Brief, der vorhin an Sie, Frau Prediger, angekommen iſt, vergeſſen,“ fügte er hinzu, indem er Roſa'n ein zuſammengefaltetes Papier reichte.„Er iſt von Frau von Lindau,“ rief Roſa erfreut, indem ſie ihn öffnete und durchlas.„Die Gute,“ fügte ſie hinzu,„ſie läßt Alle und vorzüglich Dich, liebe Lucie, recht herzlich grüßen und will uns, ſobald der Frühling wiederkehrt, beſuchen, ſie glaubt, daß Du gewiß eine herrliche, kleine Hausfrau und Guts⸗ herrin ſein werdeſt.“
„Ja eine tüchtige Landwirthin wird meine Lucie wohl ſein,“ ſagte Eliſe, lächelnd der jungen Frau auf den Nacken klopfend,„ihr Charakter neigt ſich zu der praktiſchen Seite des Lebens hin.“
„Undwie ſchön und romantiſch unſer Gut gelegen iſt,“
erwiderte Lucie,„Hermann hat mir ſchon ſo viel davomer⸗


