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Rosa : ein Lebensbild / von Agathe Rutenberg
Entstehung
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meinem Berufe, der mich beſtändig auf jenes hohe Ziel hinweiſt.

Und fühlſt Du Dich glücklich darin, fragte ſie ſchüchtern und ihre Stimme zitterte leiſe.

Wenn ich meine Pflicht erfüllt habe, wenn ich meine Arbeiten mit Segen gekrönt, mich von meiner Gemeinde auf das innigſte geliebt ſehe, dann fühle ich mich befriedigt und glücklich.

Roſa neigte ſich tiefer auf ihre Arbeit, während ſich ihre Augen mit Thränen füllten und zwei große Perlen langſam über ihre Wangen rollten, denn nun verſchnuſh die Hoffnung, die ſie immer noch, ſich ſelbſt kaum bewußt, im Herzen genährt hatte er war ja glücklich ohne ſie, er be⸗ durfte ihrer Liebe nicht mehr.

Ich glaube Dir, ſagte ſie nach einer Pauſe und man las in ihren Augen die Ueberwindung, die ihr dieſe Worte koſteten;Dein Beruf iſt ein hehrer, ein gött⸗ licher, Dein Herz iſt zu groß für die Liebe zu einem einzi⸗ gen Weſen, Du mußt es dem Wohle Aller widmen.

Es erfolgte abermals eine Pauſe; endlich ſagte Nordeck:Du haſt Gertrud kennen gelernt, Roſa?

Ja, erwiderte die Gräfin,ſie iſt ein Engel.

Wieder nach einigem Schweigen fuhr Nordeck fort: Du weißt doch, daß Gertrud jetzt in Geſellſchaft der Grä⸗ fin Perlberg in der Hauptſtadt iſt? Ich habe ſie dort kürz⸗ lich geſprochen.