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„O Lucie, wie glücklich Du mich machſt,“ rief Hermann begeiſtert aus,„wie groß, wie herrlich biſt Du!“
„Darum laß uns im Kampf des Lebens ſtandhaft ausharren,“ fuhr ſie fort;„er wird uns leicht werden im Hinblick auf die Zukunft, im beglückenden Gefühle unſerer Liebe, im Bewußtſein, daß wir recht, daß wir ſo handeln, wie es uns der Heiland gelehrt hat.“
Und ſo verließen ſie tief ergriffen den einſamen, ſchönen Platz.
„Ich möchte, daß kein Anderer nach uns dieſe geweihte Stelle beträte.“ ſagte Lucie, einen wehmüthigen Blick zurück⸗ werfend. Hermann hatte ſie verſtanden und erwiderte leb⸗ haft:„Nein Lucie, auch ich möchte keinen Andern auf dieſer Stelle ſehen, wo ich den glücklichſten, heiligſten Augenblick meines Lebens genoſſen habe, und wenn ich je wieder in dieſe Gegend zurückkehre, die mir durch Dich unvergeßlich geworden, dann werde ich zu dieſer Höhe hinaufblicken und denken:
Droben ſtand ich mit Dir auf ſchwindelnder Höhe; Du ſchauteſt Tief hinab in das Thal, das golden im Glanze der Sonne, Dann hinauf zu dem Aether, dem blauen, unendlichen, fernen, Doch ich blickt' in Dein Aug', das ſchöner noch ſtrahlte ihn wieder, Und es ſenkte ſich Wonne des Himmels in's trunkene Herz mir.
Roſa war, nachdem Lucie ſie verlaſſen hatte, allein mit Nordeck zurückgeblieben. Dieſer, der am Fenſter lehnte, blickte träumeriſch in die weite Gegend hinaus, während Roſa mit einer Handarbeit beſchäftigt am Tiſche


