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Rosa : ein Lebensbild / von Agathe Rutenberg
Entstehung
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O meine Ahnung, flüſterte Lucie, indem ſie ihre Hand auf ihr hoch klopfendes Herz preßte,warum mußte es denn ſo kommen? Hermann, ſagte ſie dann ſanft, ach, auch ich liebe Dich ſo heiß, ſo innig, doch ich kann nicht die Deine werden. Ich kann, ich darf Roſa nicht ver⸗ laſſen, ohne mich würde ihr an bitteren Erfahrungen ſchon ſo reiches Leben, jedes Glückes, jeder Freude beraubt ſein.

Es erfolgte eine Pauſe und man konnte in der tiefen Stille ringsumher faſt das Athemholen Beider hören. Dann aber, ſein geſenktes Haupt emporrichtend, blickte Hermann Lucie klar in die Augen, indem er leiſe ſagte:O Lucie, wenn aberRoſa einſt Deiner Hülfe nicht mehr bedürfen ſollte, Du dann vielleicht ſelbſt allein in der Welt daſtehſt, willſt Du dann in meinen Armen, an meinem Herzen, deſſen Ge⸗ fühle für Dich ſtets dieſelben bleiben werden, einen Zufluchts⸗ ort ſuchen?

Wenn Du mich dann noch haben nilſt flüſterte Lucie wehmüthig lächelnd.

Er ſchloß ſie in ſeine Arme und preßte ſie an ſeine Bruſt. Nichts ſtörte die feierliche Stille dieſes heiligen Augenblicks, während Lucie unter Thränen zu ihm aufblickte.

Und gehören wir einander nicht an, auch wenn wir äußerlich getrennt ſind? ſagte ſie;können wir nicht glück⸗ lich ſein im Bewußtſein unſerer gegenſeitigen Liebe und iſt die geiſtige Gemeinſchaft nicht die reinſte, die herrlichſte, die zwei Weſen verbinden kann?