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„Aber woran denken Sie,“ fragte Lucie endlich ſanft, daß Hermann, in ſich gekehrt, die geſammte Außenwelt ver⸗ geſſen zu haben ſchien.
Hermann ſtrich mit der Hand über die Stirn und blickte verlegen zur Erde, dann, jedoch ſich faſſend, ſagte er ihr nähertretend mit Trauer:„Anunſere nahe Trennung, Lucie!“
„O warum gerade jetzt,“ erwiderte Lucie, indem ſie dieſe Wendung des Geſprächs abzuſchneiden ſuchte;„warum wollen Sie dieſen Augenblick nicht ganz rein, ganz ungetrübt, wie er ſich uns darbietet, genießen?“
„Weil ich nicht kann,“ ſagte Hermann mit gepreßter Stimme,„weil ich beſtändig daran denken muß, wie ganz unmöglich es mir fortan ſein wird, glücklich zu bleiben.“
Seine Augen begegneten denen Lucien's, die theilneh⸗ mend auf ihn gerichtet waren.
Ermuthigt durch dieſes Zeichen von Mitgefühl, richtete er ſich plötzlich auf, ſeine Augen leuchteten, und ihre Hand ergreifend, rief er aus:„O jetzt, da es noch Zeit iſt, jetzt, da wir noch nicht getrennt ſind, laß mich Dir ſagen, Du Herrliche, Erhabene, wie unendlich ich Dich liebe, wie ich Dich mehr liebe als mich ſelbſt, als mein Leben!“
Es lag Hermanns ganzes Weſen in dieſen wenigen Worten, es lag darin das tiefe Gefühl ſeines begeiſterten Herzens, das Lucie faſt wie ein höheres Weſen verehrte, das kaum wagte, um ihre Liebe zu flehen. Dann neigte er ſein Haupt auf ihre Hand herab, wie erſchreckt über ſeine Kühn⸗
heit, oder als erwarte er ſein Urtheil.


