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„Vielleicht nur der meinige,“ erwiderte Lucie lächelnd; aber indem ſie ſich bemühte, einen Aſt zurückzubiegen, blieb eine Flechte ihres Haares daran hängen, löſte ſie auf und rollte in goldenen Wellen über ihren Nacken herab.
„O bleiben Sie ſo, laſſen Sie dieſes goldene Haar ungefeſſelt,“ rief Hermann bittend, als ſie erröthend ihre Flechten ordnen wollte.
Lucie lächelte wieder und trat nun mit ihrem Begleiter auf einen freien Platz auf der Höhe des Berges, der ſich ſchroff in die Tiefe ſenkte, hinaus und ein überraſchend ſchöner Anblick bot ſich ihnen dar.
„Iſt dies nicht der Mühe des Heraufſteigens werth, iſt dieſe Ausſicht nicht unvergleichlich?“ rief Lucie, indem ſie ſich an eine majeſtätiſche Eiche, die ihre Zweige weit hinaus erſtreckte, lehnte und in die lachende Ebene ſchaute.
Doch Hermann vergaß, in ihr verſenkt, die ſchöne Natur um ſich her; ſeine Augen hafteten mit einem begeiſterten und dennoch ſchmerzlichen Ausdruck nur auf ihrer lieblichen Geſtalt.
Ihre Wangen waren lebhaft geröthet und ihre Augen ſtrahlten im vollſten Sinne des Wortes Licht und Leben aus. Sie glich, wie ſie mit der Hand in die Ferne deutete und der Wind mit ihren langen, goldenen Haaren ſpielte, einer Fee des Waldes, dis den Wanderer hier in dieſe wild roman⸗ tiſche Gegend geführt hat, um ihm, von ihrem Schloſſe aus, ihr ganzes, weites Reich in ſeiner vollſten Schönheit zuzeigen.


