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Alles, was Roſa betraf, unberührt gelaſſen. Auf ſeiner Rückkehr beſuchte er Hermann, den er ſchon ſeit ſeiner erſten Jugendzeit kannte, und nun ſeit mehreren Jahren nicht geſehen hatte. Und ihm nun ſchüttete Hermann ſein volles⸗ Herz aus, vergaß aber über die Begeiſterung ſeiner Liebe zu Lucien ganz Roſa und erwähnte nur, daß Fräulein Waldau mit einer jungen Gräfin zuſammenlebe. So mußte Walther, ohne es zu ahnen, Roſa wiederſehen. Jetzt noch in der Lage der Dinge etwas zu ändern, war es zu ſpät und beide mußten ſich faſſen.
Die Unterhaltung bei Tiſche fiel faſt ganz Lucie'n zu, da Hermann zu ſehr mit ſeinen Gedanken beſchäftigt war, um viel ſprechen zu können, und auch Roſa und Nordeck, überraſcht von dieſem plötzlichen Wiederſehen, ſich ſchweigend einander gegenüber ſaßen.
So führte denn Lucie faſt immer allein das Wort und wirklich zu ihrem großen Ruhme. Aber auch ſie wurde zuletzt ſtiller, ſie ſchien über Etwas nachzudenken. Roſa's Verle⸗ genheit bei Walther's Anblick war ihr nicht entgangen; ihr jetziges Schweigen fiel ihr noch mehr auf und ſie ahnte den Zuſammenhang. Roſa hatte zwar nie zu ihr von Nordeck und ihrer unglücklichen Liebe geſprochen— ſie bewahrte dies Geheimniß im tiefſten Grunde ihres Herzens—, aber Lucie mit ihrem ſcharfen Verſtande hatte bald erkannt, daß Roſa's Kummer nicht allein dem unglücklichen Verhältniß zu ihrem Gemahle, den ſie ja nicht liebte, ſondern wohl noch früheren Ereigniſſen zugeſchrieben werden müſſe; doch


