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Juni und Juli verflo ſſen den drei liebenswürdigen Menſchen in einträchtigem Stillleben. Lucien's Bild war ſehr vorgerückt und ſeiner Vollendung nahe. Roſa und Lucie ſaßen eines Abends mit einer Handarbeit beſchäftigt im Balkonzimmer, denn Hermann war heute nicht wie ge⸗ wöhnlich gekommen, ſie zum Spaziergange abzuholen. Drau⸗ ßen herrſchte eine undurchdringliche Finſterniß, und der Regen plätſcherte langſam und monoton auf die Terraſſe nieder.
„Morgen wird alſo Herr Sternthal Dein Bild vollen⸗ den?“ fragte Roſa nach einigem Stillſchweigen.
„Ja, morgen,“ entgegnete Lucie;„es iſt nur noch wenig daran zu thun; er hätte es ſchon heute vollenden kön⸗ nen, aber er wollte mich nicht zu ſehr anſtrengen.“ Es iſt wirklich außerordentlich getroffen,“ bemerkte Roſa;„„man ſieht, daß es mit Liebe und Begeiſterung gemalt worden iſt.“
Lucie erröthete leicht und ſagte nach einer Pauſe: „Weißt Du, daß ich mich gar nicht werde daran gewöhnen können, Herrn Sternthal nicht wie ſonſt alle Morgen zu ſehen,“ und ſie warf einen ſprechenden Blick nach der ihr ſchon ſo lieb gewordenen Terraſſe hinaus.
„Ich auch nicht,“ erwiderte Roſa lebhaft;„ſeine Ge⸗ genwart iſt auch mir faſt Bedürfniß geworden. Aber wenn auch Herr Sternthal nicht mehr des Morgens kommt, ſo wird er uns doch hoffentlich noch recht oft des Abends be⸗
ſuchen.“


