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getreten; er ſtand in ihren Anblick vertieft da, während ſeine Lippen wiederholten:
„Doch dann auch für immer ſie bleibet Und ewig im Herzen ſie blüht.“
Erſt Roſa's freundliche Stimme erweckte ihn aus ſeiner Träumerei.„O, wie glücklich iſt doch der zu preiſen, der ſingen kann!“ rief er begeiſtert aus,„es iſt das hezrlichſte aller Talente.“
„Wollen Sie auch noch dieſe Gabe beſitzen?“ fragte Roſa lächelnd,„genügt Ihnen Ihr herrliches Malertalent nicht, wollen Sie das ſo gering ſchätzen?“
„Der Geſang übertrifft die Malerei weit,“ erwiderte Hermann lebhaft,„r iſt die ſchönſte aller Kunſtproduktionen.“
„Und die Dichtkunſt?“ fragte Lucie.
„Sie iſt die Schweſter des Geſanges,“ entgegnete Hermann,„doch Sie erinnern mich an das herrliche Gedicht, das Sie ſangen, wer iſt der Verfaſſer deſſelben?“
Lucie warf einen bedeutungsvollen Blick auf Roſa, doch dieſe, welche leicht erröthete, ſagte ausweichend:„Es iſt wirklich Zeit, daß wir gehen, die Sonne iſt bereits unter⸗ gegangen.“
„Ja, ſonſt genießen wir den ſchönen Abendnicht genug,“
erwiderte Lucie, indem ſie ihren runden Gartenhut auf's
Haupt drückte. Und ſo gingen ſie heute wieder, ernſter,
feierlicher als ſonſt geſtimmt, ihren„ſtillen Gang durch die
Natur,“ wie Lucie es nannte. 11


