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Rosa : ein Lebensbild / von Agathe Rutenberg
Entstehung
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Zu frühe ſcheidet der Holde, Verläßt die Gottesnatur, Vergeblich mögen wir ſuchen, Verloren iſt ſchnell ſeine Spur.

Doch ſchöner und herrlicher kehret Im folgenden Jahr er zurück, Und wieder erfreu'n und bezaubern Die Blüthen und Blumen den Blick.

Dem Frühling gleichet die Liebe, Sie ziehet in's Herz hinein, Sie treibet der Blüthen ſo viele So himmliſch, ſo duftend und rein.

Es klingen dann Töne im Buſen, So fremd uns und doch ſo bekannt, Es iſt uns, als kämen ſie leiſe Aus fernem und ſchönerem Land.

Der Frühling wohl kehret ſtets wieder, Die Lieb' uns nur einmal durchglüht, Doch dann auch für immer ſie bleibet Und ewig im Herzen ſie blüht.

Lucien's Stimme klang heute melodiſcher, ihr Geſang gefühlvoller, bezaubernder als ſonſt. Ihre Wangen glühten höher; in ihren Augen ſtrahlten die Gefühle ihres Herzens wieder, und die untergehende Sonne umgab ihr Haupt wie mit einem Heiligenſchein.

Hermann war geräuſchlos während des Geſanges ein⸗