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ihr entfernt, allein auf ſeine Studien angewieſen zu ſein, zog er ſich in dieſe ſchöne Gegend zurück. Und gerade hier führte ſie das Schickſal wie durch ein Wunder zuſammen; während einer Reihe von Tagen mußte er nun ſtundenlang die geliebten Züge auf die Leinwand und immer tiefer in ſeine Seele zeichnen, den Blick des klaren, großen Auges ertragen! Er vermochte dem nicht zu widerſtehen, und die kaum vernarbte Wunde brach von Neuem auf. Und nicht nur des Morgens ſah er Lucie, ſondern er begleitete die beiden Freundinnen auch häufig des Abends auf ihren Spaziergängen. Roſa und Lucie ſtanden an ihrem der⸗ maligen Aufenthaltsorte ganz vereinzelt da, ſie hatten ſich an Niemand näher angeſchloſſen, und da auch Hermann, der nie Zerſtreuungen und Geſellſchaften ſuchte, allein auf ſich angewieſen war, ſo machte ſich das Zuſammenhalten dieſer drei gegenſeitig harmonirenden Menſchen ganz von ſelbſt. Sie gingen mit einander die einſamſten, von Nie⸗ mand beſuchten Wege, und abgeſchloſſen von dem geräuſch⸗ vollen Treiben der Uebrigen, fühlten ſie ſich immer inniger zu einander hingezogen. In den traulichen Geſprächen, die dann geführt wurden, in dem gegenſeitigen Austauſche der Gedanken und Empfindungen hatte Lueie Gelegenheit, tiefere Blicke in Hermann's ſchönes, begeiſtertes Gemüth zu thun. Hermann war eine jener Perſönlichkeiten, die nicht ſchnell bei dem erſten Zuſammentreffen mit ihnen durch den imponirenden Eindruck ihrer Erſcheinung die Herzen erobern, ſondern langſam, aber um ſo dauernder durch die


