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Rosa : ein Lebensbild / von Agathe Rutenberg
Entstehung
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beſonders für die vollſtändige Ausbildung ſeines herrlichen Talentes für die Malerei. Zum Jüngling herangereift, wollte Hermann ſeinem Wohlthäter für ſeine Liebe vergel⸗ ten, als dieſer bei der Rettung eines Verunglückten ſein Leben verlor. Da er ſo plötzlich und ohne Teſtament ge⸗ ſtorben war, fiel ſein großes Vermögen ſeinem Bruder, einem geizigen Hageſtolz, zu, und wieder ſtand Hermann allein und mittellos in der Welt. Seine Kunſt, die er bis⸗ her nur zum Vergnügen geübt hatte, mußte ihm nun ſeinen

Unterhalt gewähren; aber manche ſchmerzliche Erfahrung

hatte ſein glühendes, unerfahrenes Gemüth noch zu machen, ehe es ſich an dieſe bittere Nothwendigkeit gewöhnte. Eine tiefe Trauer überkam ihn oft, wenn er ſich ſo ganz einſam in der Welt ſah, und ihn ergriff eine mächtige Sehnſucht nach einem Weſen, dem er die innerſten Gefühle ſeines Herzens anvertrauen könnte, das empfünglich für den ho⸗ hen ſchwärmeriſchen Flug ſeines Geiſtes wäre.Sie iſt es, ſagte eine Stimme in ſeinem Buſen, als er Lucie zu⸗ erſt erblickte,ſie beſitzt Alles, wonach du dich ſehnſt, und ihr Bild prägte ſich tief in ſeine für alles Schöne em⸗ pfängliche Seele. Abey alsbald ſah er einen Andern be⸗ vorzugt, und wäre dies auch nicht der Fall geweſen was hatte er der Herrlichen zu bieten, welche Hoffnung durfte er ſich machen, ſie jemals ſein zu nennen? Nein, er durfte ſeiner Liebe zu ihr nicht weiter Rageben, er mußte die Erinnerung an ſie aus ſeiner eele reißen, und um dieſen Kampf leichter führen zu können, um, weit von