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ſchönen Damen. Bald jedoch war man in ein gemüthliches Geſpräch gerathen, zu dem beſonders die ſchöne Gegend reichen Stoff bot und Roſa fragte, wo es am beſten wäre, das Gemälde zu beginnen.
„Ich glaube, auf der Terraſſe iſt die Beleuchtung am ſchönſten,“ ſagte Hermann, und ſo traten ſie hinaus, um hier die nöthigen Vorkehrungen zu treffen. Nachdem dies geſchehen, nahm Lucie ihren Sitz ein. Sie lehnte ſich mit dem einen Arm auf das Gitter und neigte das Haupt ein
wenig, wie in Nachdenken verſunken, auf die Seite, ſo daß
die äußerſten Ranken der Blume ſpielend über ihre Schul⸗ tern glitten, während ihre Augen träumeriſch in die Ferne blickten. So ſaß ihr denn Hermann gegenüber, ihr, deren Bild in ſeinem Herzen thronte! ſo nahe und doch wieder ſo unerreichbar ſah er ſie vor ſich, ſeine Hände zitterten, und kaum vermochte er die ſeelenvollen Züge auf die ſtarre Lein⸗ wand zu übertragen.
Hermann Sternthal war früh ſeines Vaters, der Pro⸗
feſſor an der Univerſität in der Hauptſtadt geweſen, beraubt worden, und ſeine Mutter, eine ſanfte, fromme Frau, hatte nun mit aller Liebe für ſeine Erziehung und die Entwicke⸗ lung ſeiner Talente geſorgt, vor Allein aber ihren frommen, demüthigen Sinn ihm einzupflanzen geſucht. Aber bald wurde ihm auch dieſe liebende Führerin durch den Tod entriſſen, ein edler Mann, der ſeine Gattin und ſein einziges Kind zugleich verloren hatte, nahm den verwaiſten Knaben zu ſich, ließ ſeine Erziehung fortſetzen und ſorgte


