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„Wie Du nur ſprichſt,“ ſagte Lucie gleichſam ver⸗ weiſend.
„Es iſt ja gar nicht unmöglich,“ ſagte Roſa, indem ſie ſich zwang in einen ſcherzenden Ton zu fallen,„daß mir nächſtens ein tapferer Ritter mein ſchönes Kind ent⸗ führt.“
„Nein, Roſa,“ rief Lucie, ihre weißen Arme um den Nacken ihrer Freundin ſchlingend,„nein, ich verlaſſe Dich nie, nur der Tod ſoll uns trennen.“ Roſa antwortete nicht, denn zu tief war ſie ergriffen, aber der Blick ihres ſprechenden Auges verrieth die Empfindungen, die in ihrem dankbaren Herzen herrſchten, und doch wußte ſie nicht, was Lucie ihr ſchon geopfert.
Schon am nächſten Morgen ſollte Sternthal ſeine Ar⸗ beit beginnen und Lucie ſtand daher, ihn erwartend, auf der Terraſſe, von der aus man einen weiten Blick über die Gegend hatte. Sie war einfach in Weiß gekleidet, nur eine blaue Winde, die Roſa von ihrem Morgenſpaziergange mitgebracht hatte, war durch ihre ſonnigen Flechten ge⸗ ſchlungen.„Ich glaube, er tritt jetzt aus jener Allee her⸗ aus,“ ſagte Roſa, indem ſie ihre Stickerei fortlegte und an das Fenſter trat.
„Ja, er iſt es,“ erwiderte Lucie,„ſo eben kommt er den Hügel herauf, er wird gleich hier ſein,“ und ſie verließ ſchnell den Balkon.
Jetzt wurde die Klingel gezogen und gleich darauf ſtand der junge Maler erröthend, verlegen vor den beiden


