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Rosa : ein Lebensbild / von Agathe Rutenberg
Entstehung
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meines Körpers war gebrochen, tiefer Kummer nagte an meinem Herzen, welches ſich ermüdet von den Leiden des Lebens nach Befreiung ſehnte. So iſt mir denn jetzt der Tod ein willkommener Engel, denn er wird mir die Ruhe und das Glück geben, welches ich hier auf Erden vergebens ſuchte; er wird mich mit meiner theuren Mutter und dem Geliebten meiner Seele auf ewig vereinen.“

Roſa hatte ſchon lange die Geſchichte beendet und noch immer ſaß ſie in tiefen Gedanken ſinnend da. Die mannigfachſten Empfindungen beſtürmten ſie, während die Thränen über ihre Wangen rannen. Sie, die ſich das Leben ſtets ſo golden, ſo herrlich geträumt hatte, konnte es kaum faſſen, daß ein Menſch ſo unglücklich, ſo verlaſſen auf dieſer ſchönen Erde, ſein Pfad ſo dornenvoll ſein könnte. Da erſchollen plötzlich wieder die ſanften Töne der Flöte, die ſie ſchon am geſtrigen Abend ſo entzückt hatten. Sie legte das Buch fort und trat an's Fenſter. Ihrem Zimmer gerade gegenüber war ein ſolches geöffnet und in dem er⸗ leuchteten Gemache dahinter gewahrte ſie eine männliche Geſtalt, von der die bezaubernden Töne ausgingen. Sie lehnte ihren Kopf an das Fenſter und je länger ſie der Flöte lauſchte, deſto ruhiger wurde ihr erregtes Gemüth, und als die melodiſchen Töne verhallten, da war Friede und Wohlſein in ihr eben noch ſo bange klopfendes Herz zurückgekehrt.