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Rosa : ein Lebensbild / von Agathe Rutenberg
Entstehung
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Am nächſten Morgen erwachte Roſa ſchon ſehr früh, ſie ging daher in den Garten hinunkgr, um die herrlichen Morgenſtunden in der friſchen Natur zu verleben. Alles blühte und duftete ihr in der ſchönſten Fülle entgegen, denn die Erde war während der Nacht von einem ſanften Regen getränkt worden. In den majeſtätiſchen Eichen rauſchte der friſche Morgenwind und führte Roſa auf ſei⸗ nen Wellen den letzten leis verhallenden Geſang der Nacht⸗ königin Philomele zu. Roſa's Auge glänzte vor Entzücken und freudig ſuchte ſie den ihr ſo lieben einſamen Weiher auf. Aber kein freundliches Plätzchen lud hier zum Sitzen ein, ja nicht einmal eine Bank war zu erblicken, und fie ging daher eine ſolche zu ſuchen. Bald hatte ſie auch in einer Laube eine kleine ganz ihren Wünſchen entſprechende Bank entdeckt und trug ſie nun nach ihrem Lieblingsplatze, wo ſie dieſelbe unter einem wilden Roſenſtrauche placirte. Hier ließ ſie ſich nieder und in einem Buche leſend, umgeben von den Reizen der Natur, verlebte ſie einen der ſchönſten Morgen ihres Lebens.

Am Vormittage machte Frau von Grünheim mit ihrer Tochter Viſite und lud Frau von Reichenbach mit ihrer Nichte für den Abend zu einem kleinen Balle ein. Die Tante nahm erfreut dieſe Einladung an, während Roſa im Geheimen bedauerte, nun für dieſen Abend das ſchöne Flötenſpiel zu verlieren und ihre Lektüre aufgeben zu müſſen.

Während Marianne ihr am Abend beim Ankleiden

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