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enthalt dort ſehr angenehm, vielleicht dem hieſigen vorzu⸗
ziehen,“ ſagte Roſa lebhaft.
„Kann man denn dort in die Oper, in die Komödie, auf Bälle und in Geſellſchaften gehen?“ fragte Thereſe, indem ſie ſich in ihren Stuhl zurücklehnte.
„Ein Opern⸗ und ein Schauſpielhaus giebt es dort nicht,“ entgegnete Roſa,„nur ein kleines Theater iſt da, das ich jedoch nie beſucht habe. Und auf Bällen und in Geſellſchaften bin ich auch nicht geweſen, denn ich habe mich nie an Leute, die ſolche gaben, angeſchloſſen.“
„Mais, mon dieu,“ rief Thereſe erſtaunt aus,„wie verbrachten Sie denn da Ihre Zeit?“
„O,“ antwortete Roſa,„auf eine ſehr angenehme Weiſe; ich trieb Muſik und fremde Sprachen, las, beſchäf⸗ tigte mich mit weiblicher Handarbeit, mit der Pflege meiner Blumen, und vor Allem brachte ich einen Theil des Tages in der herrlichen Natur zu.“
„Ach,“ erwiderte Thereſe verächtlich,„comme c'est ennuyeux!“
Roſa war froh, daß ihre Tante ſich jetzt empfahl, und nachdem ſie noch mehrere Beſuche gemacht hatten, kehrten ſie nach Hauſe zurück. Roſa mußte immer wieder an The⸗ reſe denken, und konnte ſich nicht genug darüber wundern, daß dieſe ein ſo angenehmes Leben, als ſie in B. geführt, langweilig finden konnte. Von allen Damen, die ſie heute geſehen, gefiel ihr Frau von Lindau am beſten und ſie fühlte eine innige Zuneigung zu derſelben in ſich aufkeimen.


