Reichenbach lehnte dieſe Einladung ab, indem ſie ſich mit den Geſchäften, die der gegenwärtige Zuſtand ihres eigenen Hausweſens ihr auferlegte, entſchuldigte. Als ſich beide verabſchiedeten, ſagte Frau von Lindau, indem ſie Roſa's kleine Hand erfaßte:„Nicht wahr, Sie beſuchen mich recht bald wieder mein Fräulein? Man fühlt ſich ſo wohl in Ihrer Nähe.“
Roſa lächelte und verſprach es.
Dann fuhren ſie zu der Generalin von Grünheim und ihrer Tochter. Die erſtere war eine nicht mehr junge, je⸗ doch noch äußerſt eitele und affectirte Frau, und Thereſe, ihre Tochter, welche ſich immer für ſehr nervenſchwach hielt, dabei aber nie auf einem Balle oder in der Oper fehlen durfte, hatte ganz das Weſen der Mutter angenommen. Sie behandelte Roſa mit vornehmer Herablaſſung und während ihre Mutter ſich mit Frau von Reichenbach unter⸗
hielt, hatte ſie ein Geſpräch mit deren Nichte angeknüpft.
„Nun wie gefällt es Ihnen in der Stadt, liebes Fräu⸗ lein?“ fragte ſie, indem ſie ihre Locken ordnete.
„Ich kenne ſie noch zu wenig,“ antwortete ſie beſchei⸗ den, um jett ſchon darüber urtheilen zu können; gewiß wird es mir in der Folge recht gut gefallen.“
„e le erois bien,“ erwiderte Thereſe, ironiſch lächelnd; „Sie müſſen ſich ja hier, nachdem Sie die kleine Stadt ver⸗ laſſen haben, in den Himmel verſetzt glauben.“
„O das Städtchen iſt ganz reizend gelegen, der Auf⸗


