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Mitten in der Nacht erwachte Roſa. Verwundert ſchaute ſie ſich in dem Zimmer um, welches nur noch matt durch die verlöſchende Ampel beleuchtet war. Doch bald wurde ihr die Begebenheit des verfloſſenen Abends klar und ſchnell betrat ſie nun ihr Schlafzimmer, zu dem eine Thür vom Wohngemach aus führte und das eben ſo reizend wie das letztere eingerichtet war.
Die Sonne hatte am nächſten Morgen ſchon lange in Roſa's freundliches Schlafgemach hineingeſehen und ſchien jetzt mit Wohlgefallen auf der reizenden Geſtalt des lieb⸗ lichen Mädchens zu verweilen. Roſa's dunkle Augen waren noch geſchloſſen; die braunen Flechten waren auf das Kiſ⸗ ſen herabgeſunken; der eine der weißen Arme war um den Kopf gelegt, während der andere auf dem Bette ruhte. Den kleinen, roſigen, halb geöffneten Mund, hinter dem eine Reihe weißer Perlenzähne hervorſchimmerte, umſchwebte ein Lächeln und ein ſüßer Traum lagerte auf der reinen Stirn. Jetzt aber erwachte die reizende Schläferin, ge⸗ weckt von den neckenden Sonnenſtrahlen und richtete ſich im Bett empor:„Mein Gott, wie ſpät iſt es ſchon!“ rief Roſa aus,„was wird die Tante ſagen? Und ſchnell kleidete ſie ſich an und eilte hinunter.


