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Rosa : ein Lebensbild / von Agathe Rutenberg
Entstehung
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16 lag nun vor ihr, jetzt ſollte ſie den erſten Schritt in daſſelbe thun mußte ſie da nicht gedankenvoll ſein? Es war ſchon Abend, als der Wagen in der Haupt⸗ ſtadt einrollte und plötzlich umgab ſie ein ſo geräuſchvolles Treiben, daß die deſſen gänzlich ungewohnte Roſa ſich in die tiefſte Ecke des Wagens zurückzog. Endlich hielt die⸗ ſer vor einem großen ſchönen, aber etwas alterthümlichen Hauſe in einer der Hauptſtraßen, und Frau von Reichen⸗ bach rief aus:Das iſt das Haus des Onkels! Sie be⸗ traten daſſelbe. Wie weit, wie geräumig erſchien alles dem jungen Mädchen, welches nur die kleinen Häuſer ihres Städtchens kannte. Die neue Herrſchaft wurde von den Dienenden freundlich empfangen, denn ſie verſprachen ſich bei ihr ein beſſeres Leben, als ſie es bei dem zwar guten, aber doch ſehr ſtillen, alten Herrn geführt hatten. Marianne, ein freundliches Mädchen, welches in den letzten Jahren die Wirthſchaft des Onkels beſorgt hatte, begleitete die beiden Damen durch die prächtigen Gemächer. Frau von Reichen⸗ bach war in der heiterſten Laune und machte ſchon hier und da ihre Bemerkungen über das, was verändert werden müſſe. Aber ſo köſtlich die Zimmer auch eingerichtet, ſo prächtig die Teppiche und Gemälde waren, welche ſie ſchmück⸗ ten, ſo fühlte ſich Roſa in ihnen doch nicht glücklich, und viel lieber hätte ſie alle dieſe Reichthümer gegen ihr trau⸗ tes kleines Stübchen vertauſcht.Nun, wo willſt Du denn wohnen, meine Roſa, fragte die Tante ſie jetzt ſcherzend.

o Roſt

ſenkte den Blick traurig zur Erde, nachdem ſie

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