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Rosa : ein Lebensbild / von Agathe Rutenberg
Entstehung
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muthige Aeußere umſchloß einen regen Geiſt, ein warmes, liebevolles, für das kleinſte Unglück Anderer empfängliches Herz, und eine außerordentlich lebhafte Phantaſie; aber Roſa beſaß leider nicht jenen feſten Charakter, welcher im Kampfe des Lebens ſo ſehr erforderlich iſt. Sie war weich und biegſam, und bedurfte in ſchwierigeren Lagen einer Stütze, ihr Herz eines treuen Rathgebers. Roſa hatte in ihrem einfachen Leben auch nicht gerade viel Gelegenheit gehabt, ihre Selbſtſtändigkeit zu entwickeln, und in den ½ kleinen Sorgen und auch Unruhen deſſelben war Eliſe ihr die treue Rathgeberin geweſen, zu der ſie immer ihre Zuflucht genommen. Sonſt war ſie viel ſich ſelbſt überlaſſen, beſonders in den letzten Jahren, denn Frau von Reichenbach, die keine geiſtvolle Frau wart beſchäftigte ſich nur wenig mit dem jungen Mädchen, deſſen hohem Gedankenfluge ſie ſelten zu folgen vermochte. So ſaß denn Roſa oft allein in ihrem trauten Zimmer, wenn der Abend ſich leiſe auf die Erde herniederſenkte und alle Gegenſtände in der Dämmerung geheimnißvoller erſchienen, den Kopf auf die kleine Hand geſtützt, neben dem blühenden Roſenſtock, und machte ſich die wunderbarſten Phantaſiebilder von der Zukunft, von dem Leben, das in Dunkel gehüllt vor ihr lag. Sie fürchtete es nicht, aber es erfüllte ſie mit einer heiligen Scheu. Es erſchien ihr wie ein buntes, bunigeslihelbe, welches zu betreten ſie ſüß zuſammenſchauerte, von dem aber ſchon die icer Klänge zu ihr herübergezogen. 3