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Rosa : ein Lebensbild / von Agathe Rutenberg
Entstehung
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fehlte es Marie'n, der ältern Schweſter, niemals an Gele⸗

3 und annssrehen Leben zub

ſicht hatte, eine weibliche Geſtalt ihrer wartete.Ach da biſt Du, meine gute, liebe Roſa, rief ihr dieſe zu, ihr

entgegeneilend. Roſa umſchlang zärtlich die theure Freundin, und ſagte dann in dem Tone innigſter Lie t ihrer wei⸗ chen, ſilberhellen Stimme:Ach, iebevoll Du doch immer biſt, nein, das hätte ich icht gedacht, daß Du mich ſchon erwarten würdeſt; wie danke ich Dir für Deine Freundlichkeit! Die beiden Mädchen ließen ſich auf die Bank unter der Linde nieder, indem ſie ſich innig um⸗ ſchlungen hielten. Eliſa war etwas größer als Roſa und gewiß vier Jahre älter; ſie war nicht ſchön, aber es lag eine ſo undusſprechliche Güte in ihren ſanften Augen und eine ſo liebende Hingebung en ganzen Weſen, daß ſich gewiß Jeder zu ihr hingezoget fühlte.

Roſa war eine Waiſe, und bei ihrer Tante, Frau von Reichenbach, in dem Städtchen erzogen. Der Vater der letztern war ein reicher Gutsbeſitzer geweſen; ihre Mutter,

früh verſtorben, hatte ſie und eine jüngere Schweſter der

alleinigen Obhut des Vaters hinterlaſſen. Frau von Rei⸗ chenbach liebte ihre Schweſter innig, und gewiß, Helene war auch ein ſchönes, ſanfteß liebenswerthes Weſen. Herr von Helmſtädt das wat der Name des Vaters mehte ein ſehr großes Haus in der Reſidenz; ſeine Feſte und Bälle waren als die glänzendſten derſelben bekannt und auf dieſen

genheit, ihre Neigung zu glänzen und ihre Luſt