Druckschrift 
Im Labyrinth der Seele : zwei Novellen / von Adolf Palm
Entstehung
Einzelbild herunterladen

256 Er dachte: Der Waldemar iſt jung und die Zeit wird ſeinen Trotz brechen, wenn nur erſt der Bund zwiſchen Max und Elſe unauflöslich gemacht iſt. Die Welt iſt groß und es giebt der Mädchen genug. Auf der Thalmühle hat er keine andere geſehen, als Elſe; darum meint er, er müſſe ſie haben und durchaus keine andere. Habe ich ihn aber erſt in der Stadt, ſo ſoll er ein ganz neues Bild der Welt ſehen und er wird

am Ende froh ſein und mir's danken, daß ſein erſter

Wunſch nicht in Erfüllung gegangen iſt. Beſſer jetzt eine gründliche Heilung, als Hausmittelchen, die das Uebel verlängern und am Ende doch eine Kataſtrophe herbeiführen.

Der Müller theilte vollkommen ſeine Anſichten. Man kam alſo überein, den Trauungstag ſobald als möglich feſtzuſetzen. Dem Paare konnte es ohnedies nicht raſch genug gehen. Der Termin, welcher für die Hochzeitfeier beſtimmt wurde, war auf den Antrag Schlöſſers ein ſo kurzer, daß er eben hinreichte, in der Stadt die Ausſtattung der Braut zu beſorgen.

Haſt Du einen Begriff davon, lieber Leſer, oder weißt Du's aus eigener Erfahrung, wie raſch den Brautleuten die Zeit verfliegt? Wenn Du es noch nicht weißt, ſo lerne es bei dieſer Gelegenheit von dem lieb⸗ lichen Paar kennen, deſſen Liebesgeſchichte Du aus ihren