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Im Labyrinth der Seele : zwei Novellen / von Adolf Palm
Entstehung
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254 regung, die wir immer auf der Reiſe empfinden, wenn wir uns unter fremden Dache zum erſten Male ſchlafen legen auch der alte Schlöſſer hatte in der erſten Nacht, die er in dieſem Hauſe verlebte, einen gleich un⸗ heimlichen Traum wie einſt ſein Sohn. Er fand ſich auf der Straße und trug in dem Arme ein weißes Kreuz, das ihm als ſein Theuerſtes auf der Welt, als die größte Koſtbarkeit ſeines Lebens vorkam. Er flüchtete damit und glaubte ſich verfolgt von Räubern, die ihm ſein Kleinod entreißen wollten. Die Angſt beflügelte ſeine Schritte und endlich in der Ferne, ſeitwärts von einem Walde, erblickte er eine Schlucht, die ſo fühlte er wenn erreicht, ihn vor ſeinen Verfolgern ſicher ſtellen mußte. Schon iſt er im Begriff, in die Schlucht hinabzueilen, als Waldemar, wie ehemals, auf ſeinem wilden Roſſe hervorbricht, aber mit todtblaſſem Geſichte und den Arm in der Binde tragend. Schlöſſer ſchreit auf und will mit ſeinem weißen Kreuze bei Seite ſpringen, aber ſchon im nächſten Augenblicke ſtürzt Reiter und Pferd über ihn her... das zuckende Herz ſagt dem Träu⸗ mer, daß er noch lebe, daß er unverwundet ſei, er ar⸗ beitet ſich unter der Laſt hervor aber da ſieht er am Boden ſein Kleinod, ſein weißes Kreuz, in tauſend Trümmern neben Waldemar, der leblos dahin geſtreckt