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Im Labyrinth der Seele : zwei Novellen / von Adolf Palm
Entstehung
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Es ſchlug eben zwölf von den Thürmen der Stadt, und die Glocken läuteten das neue Jahr ein, als ich den Fuß auf meine Hausſtaffel ſetzte. Aus der Ferne her tönte wüſtes Geſchrei und an der Ecke der Straße fiel ein Piſtolenſchuß, der die Scheiben über meinem Haupte klirren machte.

Ich ging hinauf, ein eiskaltes Zimmer empfing mich. Was nun thun? Sollte ich mich niederlegen? Nein, ich konnte noch nicht ſchlafen. Was aber ſo allein anfangen in der kalten Winternacht? Zunächſt Feuer anzünden. Ich wollte ſchon den Entſchluß, der mich nach Hauſe geführt, bitter bereuen, als mir ein⸗ fiel, daß ich auch auf meine innere Erwärmung be⸗ dacht ſein müſſe. Braue Dir einen Glühwein! ſprach eine durſtige Stimme in mir, und gegen ſolche Stim⸗ men pflegt man rückſichtsvoll zu ſein.

Während der Wein in dem Keſſelchen brauſte, ſtellte ich mich an das Fenſter und blickte hinaus nach dem luſtigen Tanze der Eisnadeln. Tanzt nur zu, dachte ich mir iſt doch wohler in meiner war⸗ men Gefangenſ chaft, als euch draußen in eurer eis⸗ kalten Freiheit! Dann ging ich nach meinem Bücher⸗ ſchrank. Im unterſten Fach, unter uralten Scharteken, griff ich auf's Geradewohl einen Band heraus, ſchlug den Deckel zurück und las auf dem vergilbten Titel⸗

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