ben lag. Damit war unſer häuslicher Cirkel geſprengt, die Stimmung getrübt und ich ſehnte mich lebhaft nach einem Rückſchlage. Ich überlegte, wo ich noch eine luſtige Geſellſchaft finden könne. Als ich aber nach der Uhr ſah und mich überzeugte, daß die Mitternacht in wenigen Minuten heranrücke, war es mir doch zu ſpät, noch einen anderen Kreis aufzuſuchen; ich ſchwatzte mein ungeſtüm drängendes Blut zur Ruhe und machte mich, groß im Gefühle der Entſagung, auf den Weg nach Hauſe.
Es war grimmig kalt Die Wege lagen einge⸗ ſchneit und noch immer rieſelten wie ein feiner, wal⸗ lender, ſilbergewebter Schleier ſcharfgeſchliffene Schnee⸗ kryſtalle herab, die im Lichte der Gaslaternen zauber⸗ farbig blitzten. Es gibt nichts Reineres, Keuſcheres und zugleich Geheimnißvolleres, als dieſen Schnee, der in tiefer Nacht lautlos herabfließt und allmälig an⸗ ſockend die Erde mit einer glatten, ſammetweichen Decke überzieht. Der leiſe Tritt der Geiſter der Nacht prägt dieſer Decke keine Spuren ein wie der ſchwer⸗ fällige Menſchenfuß, der über ſie hinſchreitet.
Sylveſternacht und kurz vor zwölf Uhr, da hat Jeder, auch wenn er nicht aus der Geſellſchaft eines Magnetiſeurs und Geiſterſehers kommt, das Recht, an die Geiſter der Nacht zu denken!


