Teil eines Werkes 
9.-13. Bdchn. (1851)
Entstehung
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Euch nur fragen, wann es Euch gelegen iſt; nur muß ich dießmal bitten, ſchnell zu machen.“

Don Abbondio antwortete nicht gerade, er wolle nicht, aber er begann zu zögern, allerlei Entſchuldigungen auszu⸗ kramen, allerlei Bemerkungen vorzubringen: warum er ſich denn auch, da er doch dieſen Steckbrief auf dem Halſe habe, mit aller Gewalt unter die Leute bringen und ſeinen Namen öffentlich ausſchreien laſſen wolle; die Sache ließe ſich doch eben ſo gut anderwärts abmachen, und dieß und jenes.

„Ich verſtehe,“ ſagte Renzo,„Ihr habt immer noch

ein wenig von dieſem Kopfweh; aber hört, hört!“ Und

nun begann er ihm zu beſchreiben, in welchem Zuſtand er den armen Rodrigo geſehen habe, und daß er jetzt ganz ſicherlich bereits geſtorben ſein müſſe.„Laßt uns hoffen,“ ſchloß er,„daß der Herr ſich ſeiner erbarmt hat.“

„Das hat mit unſerer Sache nichts zu ſchaffen,“ſagte Don Abbondio,„habe ich denn nein geſagt? Ich ſage nicht nein, ich; ich ſpreche... ich ſpreche aus guten Gründen ſo. Im Uebrigen ſehet, ſo lange der Menſch noch einen Athem im Leib hat.. ſchaut einmal mich an, wie kränklich und ſchwächlich ich bin; auch ich bin ſchon mehr drüben als hüben geſtanden, und dennoch bin ich jetzt noch hier und.. wenn man mir nicht mit Wider⸗ wärtigkeiten auf den Hals kommt.. genug... dann kann ich hoffen, noch ein Weilchen hienieden zu bleiben. Denkt Euch gewiſſe Temperamente. Aber wie geſagt, das hat mit unſerer Sache nichts zu ſchaffen.“

Nach einem kurzen weitern, aber eben ſo reſultatloſen Geſpräch machte Renzo einen ſchönen Kratzfuß, kehrte zu ſeiner Geſellſchaft zurück, ſtattete ſeinen Bericht ab und ſchloß mit den Worten:„Ich bin weggegangen, weil ich es dick hatte und weil ich es nicht ſo weit kommen laſſen wollte, bis ich die Geduld verlor und meine Ausdrücke nicht mehr abwägen konnte. In gewiſſen Augenblicken kam er mir gerade wieder vor wie damals: ganz dieſelben Grillen, dieſelben Gründe; ich bin überzeugt, daß er mir,