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Hierauf hatte ſich der Pfarrer auf einen andern Ge⸗ genſtand einlaſſen und ihr eine lange Unterweiſung geben wollen, wie ſie ſich gegen den Erzbiſchof zu benehmen habe, wenn dieſer, wie es wahrſcheinlich ſei, ſie und ihre Tochter ſehen wolle, und ganz beſonders ſelle ſie ja kein Wort von der Trauung ſprechen. Da aber Agneſe merkte, daß er bloß zu ſeinem eigenen Vortheil ſprach, ſo hatte ſie ihn ſtehen laſſen, ohne ihm Etwas zu verſprechen oder ſich ſelbſt einen feſten Plan vorzuzeichnen; denn ſie hatte an andere Dinge zu denken. Und dann hatte ſie ſich wie⸗ der auf den Weg gemacht.
Endlich langt die Barutſche an und hält vor dem Hauſe des Schneivers ſtill. Lucia ſpringt haſtig auf, Ag⸗ neſe ſteigt ab und ſtürzt herein; ſie liegen einander in den Armen.— Die gute Frau, die allein zugegen war, ſpricht beiden Muth ein, beruhigt ſie, freut ſich mit chnen und läßt ſie dann, zartfühlend genug, allein, mit dem Bemer⸗ ken, daß ſie ein Bett für ſie zurecht machen wolle, daß ſie die Mittel dazu wohl beſitze, daß aber jedenfalls ſowohl ſie ſelbſt als ihr Mann lieber auf dem Boden ſchlafen, als ihnen erlauben würde, ſich anderswo um ein Nacht⸗ lager umzuſehen.
Sobald der erſte Sturm von Umarmungen und Schluchzen vorüber war, verlangte Agneſe Lucia's Schick⸗ ſal zu erfahren, und dieſe vegann ihre ſchmerzensreiche Er⸗ zählung. Aber es war, wie der Leſer weiß, eine Geſchichte, die Niemand vollſtändig kannte, und für Lucia ſelbſt gab es darin dunkele, gänzlich verworrene Stellen. Dazu gehörte beſonders das verhängnißvolle Zuſammentreffen, daß die furchtbare Kutſche ſich gerade auf der Straße befinden mußte, als Lucia außerordentlicher Weiſe auf derſelben ging, und hierüber erſchöpfte ſich Mutter und Tochter in Muthmaßungen, ohne jedoch der Wahrheit einigermaßen nahe zu kommen⸗
Was den Haupturheber des Unternehmens betraf, ſo konnten beide nicht umhin, Don Rodrigo dafür zu halten⸗


